Jackpot: 30 Millionen Euro für Digitales Radio


Meinungsbarometer-022009 in Jackpot: 30 Millionen Euro für Digitales Radio

Meinungsbarometer 02-2009

Nach mehr als zehn Jahren „DAB Wirkbetrieb“ (Quelle: Rundfunk Politik) wird mit unseren Gebührengeldern eine Entwicklung gefördert, die es schon gibt.

Im vereinigten Königreich (UK) sind mehr als 8,5 Millionen DAB Empfänger in den Haushalten. Alleine im Dezember 2008 wurden dort 500.000 DAB Geräte unter den Weihnachtsbaum gelegt. Der Grund: Große Programmvielfalt und volle Unterstützung der BBC für DAB. In der Schweiz boomt das Geschäft mit DAB+ Empfängern und in Australien werden ab Mitte des Jahres (oder früher), die ersten Programme über DAB+ ausgestrahlt.

In Deutschland ist das DAB Netz sehr gut ausgebaut und über 90% der Bevölkerung können DAB Programme empfangen. Leider sind dies meist die, die man auch schon über das noch besser ausgebaute UKW Netz empfangen kann.  Im Ballungsraum London dagegen kann man mehr als 50 DAB Radioprogramme jeder Farbe empfangen und in der Schweiz werden die Mittelwellenprogramme zum Vorteil von DAB abgeschaltet.

Der ARD Vorsitzende Peter Boudgoust sagte dem Meinungsbarometers (Digital Radio Mitteldeutschland eV), dass sich die Intendanten geeinigt hätten und nun doch die 30 Millionen Euro gerne hätten. Die zweckgebundenen KEF Mittel müssen unter Darstellung der Verwendung beantragt werden.  Laut Meinungsbarometer begründete  Boudgoust den nach langem Ringen gefassten Beschluß damit: „Der Ausgang des Modellprojekts kann ein entscheidender Meilenstein bei der Frage sein, wie es mit dem terrestrischen Hörfunk in Deutschland weitergeht. Der Neustart eines eigenen digitalterrestrischen Verbreitungswegs für Hörfunk böte die Chance, Radio technisch und inhaltlich so neu aufzustellen, dass es auch künftig für junge Zielgruppen eine wichtige Rolle spielt, weil ‚gelernte‘ terrestrische Nutzung – überall, jederzeit, mit einfachen Endgeräten – mit zusätzlichen attraktiven Angeboten wie visueller Begleitung oder Interaktivität ergänzt wird.“ 😕

Natürlich ist es dringend nötig, „…Radio technisch und inhaltlich neu aufzustellen…“ (war es vor 10 Jahren schon), aber doch nicht maßgeblich für die junge Zielgruppe („…dass es auch künftig für junge Zielgruppen eine wichtige Rolle spielt…“.  Die Jugend hat schon längst seine eigenen Programme (Internetradio, MP3/4 Player, Podcast, etc. ) und wird schwer zurück zu gewinnen sein. Das Internet ist, wie berichtet, schon auf dem besten Wege dem alten Radioformat die Hörer zu entführen und dies sind nicht nur junge Hörer.

Aber nachdem man zum xten Mal die Nummer eins der aktuellen Charts über UKW gehört hat, ist es Zeit für Abwechslung. Die gibt es aber nicht in der deutschen Radiolandschaft. Aber mit dem Geld der KEF bzw. der Radiohörer wird dies nun erforscht, gestestet und digital verbreitet. Die Frage ist, ob dies der Rundfunkstaatsvertrag auch hergibt was dort erdacht wird, ob die privaten Radiomacher “ mit spielen“  und was man mit den restlichen noch freien „Radiokanälen“ (CU oder Kapazitäten) anfängt. Die könnten doch Konkurrenten belegen und innovative Programme (auch ohne Förderung) ausstrahlen.

Die Lebenserwartung in Deutschland ist allein in den vergangenen 20 Jahren um fünf Jahre gestiegen. Wer heute geboren wird, erreicht Prognosen zufolge mit 50 Prozent Wahrscheinlichkeit das Alter von 100 Jahren (Quelle: Süddeutsche Zeitung).

Warum werden dann Millionen für die Gewinnung der jungen Zielgruppe ausgegeben, wo doch die Alten so einfach zufrieden zu stellen sind. 😉




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