Private Radiomacher in der Schweiz auch gegen DAB


Top Logo-150x49 in Private Radiomacher in der Schweiz auch gegen DABNach der Entscheidung des VPRT (Verband Privater Radio und Telemedien e.V.) am Donnerstag hat nun auch der Verband Schweizer Radios seinen Mitgliedern von DAB abgeraten. Das kommt überraschend, nachdem in den letzten Monaten nur positives über die Einführung von DAB+ aus der Schweiz zu hören war.

In Deutschland war die Einführung von DAB in den letzten Jahren begleitet von einer unbeschreiblichen Unentschlossenheit, die aber in einer solchen Entschlossenheit vorgetragen wurde, dass man meinen konnte hier steckt System hinter. Ob dies wirklich so war oder noch ist, lässt sich schwer sagen, aber die privaten und öffentlich rechtlichen Radiomacher waren sich in der DAB Frage weder nach außen, noch nach innen je einig. Aus diesem Aspekt ist die Entscheidung des VPRT zu begrüßen. Nach den Jahrzehnten der Hinhaltung endlich mal eine Entscheidung, die auch nachvollziehbar ist. Die ARD ist davon noch weit entfernt. Auch wenn einige Anstalten immer für DAB / DAB+ eintraten und treten, ist die größere Zahl der ARD Mitglieder dagegen. Einige Gegner hatten schon wundersame Alternativlösungen vorgeschlagen, wie z-B. die digitale Fernsehübertragung DVBT auch für Radio zu nutzen. Leider hatten die „Experten“ übersehen, dass DVBT bei Geschwindigkeiten über 80 Km/h nicht empfangbar ist, was die Nutzung im Auto doch sehr einschränkt. Auch die KEF (Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten) und allen voran Herr Prof. Dr. Reimers als Mitglied der KEF, sind/ist gegen DAB. Reimers gilt als Pionier des digitalen Fernsehens und er ließ anklingen, dass man doch über die DVB-H-Technologie (Digital Video Broadcasting – Handheld) Radio übertragen könnte. Nun das ging aber auch schief.

In der Schweiz fördert und förderte die SRG (Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft) mit unermüdlichem Engagement die Einführung von DAB+. Diese positive Einstellung teilte der Verband Schweizer Privatradios (VSP) nicht und riet jetzt auch seinen Mitgliedern, sich für das günstigere HD Radio (High Definition Radio) zu entscheiden. Beim Hybridsystem HD Radio oder IBOC „In-band-on-channel“ lässt sich weiter UKW Radio übertragen, also kein Ausfall, kein Umschalten und die alten Empfänger funktionieren auch noch, und über die gleiche Frequenz werden dann zusätzlich bis zu drei digitale Radioprogramme ausgestrahlt. Das System kommt aus den USA, die im UKW ein Kanalraster (Abstand der Radiosender) von 200 Hz hat. In Europa sind es gerade mal 100 Hz und gerade deswegen kann es zu Störungen der Nachbarkanäle kommen. Übrigens wird in der Schweiz HD Radio ohne Störungen schon seit 2006 getestet. Gerade der Ausfall oder das komplette Umschwenken beim Wechsel auf DAB macht den privaten Radiomachern Sorgen. Deswegen schließt sich der VSP dem VPRT an und warnt vor einem Ausstieg aus UKW. Beide befürchten, dass die hohen Investitionen, auch wenn sie vom Steuerzahler gefördert werden, existenzbedrohend sind.

Über einen  HD Radio Test in Deutschland ist mir nichts bekannt, aber vielleicht wäre dies was für Prof. Reimers.

Quelle: KleinReport Schweiz , VSP, VPRT



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